Hertha (1886)

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Das Fahrgastschiff Hertha wurde 1886 in der Werft Aron & Gollnow, aufgegangen in der Stettiner Oderwerke AG, in Stettin als Dampfschiff mit zwei Propellern gebaut. Benannt wurde das Schiff, wie damals oft üblich, nach der Tochter des Reeders, Hertha.[1]

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Geschichte [Bearbeiten]

Das Fahrgastschiff Hertha wurde 1886 in der Oderstadt Stettin gebaut und war als Dampfschiff für die Stralauer Dampfschiffahrts-Gesellschaft Manthey, Wolff und Zwerner im Raum Berlin auf den Flüssen Spree und Havel im Einsatz. Das Schwesterschiff, im selben Jahr gebaut, hieß Concordia. Bei der Probefahrt am 17. April 1886 erreichte sie die für die damalige Zeit enorme Geschwindigkeit von 18 Kilometern pro Stunde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Schiff ab 1947 mit dem Namen Seid Bereit in Fahrt. Im Jahr 1964 wurde es außer Dienst gestellt und lag etwa fünf Jahre ungenutzt. 1969 kaufte die Fa. Dentler aus Wusterhausen/Dosse das Schiff. Es befand sich in einem desolaten Zustand. In der Zeit von 1970 bis 1971 wurde es von einem Dampfschiff zu einem Motorschiff umgerüstet. Ab 1971 betrieb die Fa. Dentler das Schiff unter dem Namen Seebär. Als Antriebsaggregate dienen zwei LKW-Motoren älterer Konstruktionsart. Angepasst wurden zwei Getriebe aus Restbeständen der Roten Armee. Der Berliner Schiffshistoriker Kurt Groggert wurde bereits 1976 auf das Schiff aufmerksam und identifizierte es als die Hertha von 1886.[2] Seit dem Jahr 2002 trägt es wieder den alten Namen. Die Hertha fährt heute auf der Kyritzer Seenkette.[3]

Besonderes [Bearbeiten]

Am 25. Juli 1892 wurde der Berliner Fußball Club Hertha 1892 gegründet. Die Idee zur Gründung hatten die Brüderpaare Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz. Auf der Suche nach einem Namen für den Club hatte Fritz Lindner die Idee, den Verein Hertha zu benennen. Er war mit seinem Vater kurz zuvor auf einem gleichnamigen Dampfer auf der Havel gefahren. Dessen Schornstein hatte die Farben blau, weiß und gelb, welche ebenfalls als Vereinsfarben übernommen wurden, wobei das Gelb allerdings kurz danach verschwand.[4] Da die Geschwister erst 16 beziehungsweise 17 Jahre alt waren, wurde der Onkel der Lindners, Ernst Wisch, Vorsitzender und trug den Verein im Polizeipräsidium am Molkenmarkt ein.

Literatur [Bearbeiten]

  • Dieter Schubert: Deutsche Binnenfahrgastschiffe. Illustriertes Schiffsregister. Uwe Welz Verlag Berlin 2000, ISBN 3-933177-10-3
  • Kurt Groggert: Personenschiffahrt auf Havel und Spree. Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur, Bd. 10, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1988, ISBN 3-7759-0153-1

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1.  Märkische Allgemeine Zeitung vom 27. März 2012 Blickpunkt, S. 3.
  2.  Kurt Groggert: Personenschiffahrt auf Havel und Spree. Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur, Bd. 10, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1988.
  3.  Bild des Schiffes
  4.  Hertha rast: Meine Lok, mein Jet, mein Dampfer, gesichtet am 28. März 2012.
Hertha
Schiffsdaten
FlaggeDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen
  • Seid Bereit 1947 bis 1969
  • Seebär ab 1971
  • Hertha ab 2002
SchiffstypSalonschiff
BauwerftAron & Gollnow, Stettin
Stapellauf1886
Verbleibin Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
22,82 m (Lüa)
Breite4,80 m
Tiefgangmax. 1,20 m
Besatzung2+1
Maschine
Maschine2 x Dieselmotor
Maschinen-
leistung
150 PS (110 kW)
Propeller2
Transportkapazitäten
Zugelassene PassagierzahlUrsprünglich 263,
nach letztem Umbau 140
Sonstiges
Registrier-
nummern
ENI-Nummer